ASAM MCD und ODX-Technologie

Zum Thema

Die ASAM (Association for Standardisation of Automation and Measuring Systems) - Vereinigung bietet Standards für Datenmodelle, Schnittstellen und Syntaxspezifikationen für eine große Anzahl von Applikationen, Beispielen, Evaluationen und Simulationen.


Der ASAM-MCD Standard spezifiziert die Schnittstellen und Daten-austauschformate von MCD-(Applikations-)Systemen. Diese MCD-Systeme ermöglichen den Zugriff auf vernetzte Steuergeräte und können zum Beispiel über eine GDI-Schnittstelle in Anwendungen eingebaut werden. Dadurch dienen sie dem Messen, dem Verstellen (Optimieren von Kennlinien und Kennwerten) sowie dem Diagnostizieren. Alle drei Funktionsgruppen sollen als eigenständige Teilsysteme verwendet werden können, die über standardisierte Schnittstellen gemäß den Anwendungserfordernissen kombiniert werden.


Den Schwerpunkt von MCD bildet die Beschreibung von Schnittstellen und Datenaustauschformaten der MCD-Systeme. Während der Entwicklung, der Produktion und der Wartung sollen dabei die eingesetzten MCD-Systeme zueinander kompatibel und untereinander austauschbar gestaltet und somit der Entwicklungsprozess unterstützt werden.

ASAM MCD-2D (ODX-Standard)

Die Einbeziehung von Steuergeräten im Kfz ist dabei eine wichtige Eigenschaft. Diese Einbindung soll aus Sicht der Anwender von MCD-Systemen gekapselt werden. Der Anwender benötigt somit den Zugriff auf die Mess- und Verstellobjekte sowie die Ergebnisse von Diagnoseservices. Um Steuergeräte einbeziehen und austauschen zu können, müssen die Steuergeräteinformationen in einer einheitlichen Form angeboten werden.


Daher hat die ASAM e.V. Vereinigung im Mai 2004 den ASAM MCD-2D Standard definiert, der alle Informationen, sowohl Anforderungen als auch Dokumentationen, die in der Fahrzeug- und Steuergerätediagnose relevant sind, für die Bedatung des Werkstatttesters bzw. für die Software-Konfiguration im ODX-Format zur Verfügung stellt.


ODX (Open Diagnostic Data Exchange) beschreibt das Konzept, ein neues standardmäßiges Diagnoseformat für die Industrie zu verwenden, mit dem Informationen aus dem Diagnosedatenfluss für Hersteller von Diagnosewerkzeuganwendungen bereitgestellt werden sollen. Dadurch wird der Service-Support durch unabhängige Werkstätten erheblich vereinfacht. Die durch ODX modellierten Diagnosedaten sind dabei zu den Softwareanforderungen von Modular Vehicle Communication Interface (MVCI) kompatibel.


Die ODX-Spezifikation beinhaltet das Datenmodel zur Beschreibung aller Diagnosedaten eines Fahrzeug- oder physischen Steuergeräts wie Diagnosefehlercodes, Datenparameter, Identifikationsdaten, Input/Output-Parameter oder Kommunikationsparameter. ODX wird in UML(Unified Modelling Language)-Diagrammen beschrieben und das Datenaustauschformat verwendet XML(Extentsible Markup Language).
Die durch ODX modellierten Diagnosedaten beschreiben zwei diagnose-relevante Bereiche des Fahrzeugs:

  • Diagnosedaten, die im elektronischen Steuergerät aufgenommen werden
  • Diagnose-relevante Daten, die aus Sicht des Fahrzeugs benötigt werden


Die Entwicklung, die Produktion und der Service von Fahrzeugen legen fest, welches Kommunikationsprotokoll und welche Daten in das Steuergerät implementiert werden sollen. Diese Informationen werden in einem strukturierten Format dokumentiert. Dabei werden der XML-Standard und ein entsprechender ODX-XML-Editor verwendet